Nach mehr als einem Monat heisst es morgen, Abschied nehmen von Venezuela. Einem Land, dem man in der momentanen politisch sehr heissen Situation gerne den Ruecken zuwendet. Es heisst aber auch Abschied nehmen von den Menschen, die wir hier kennen gelernt haben und nicht zu wissen, wann man sie wieder sehen wird. Ein “komm´ uns doch naechstes Jahr in Europa besuchen” klingt da fast wie ein Scherz. Die Tickets sind irre teuer (das Around-the-World-Ticket z. B. bekommt man gar nicht) und der venezulanische Pass an sich reicht auch nicht - man braucht Visa, die schwer zu bekommen sind. Noch dazu laeuft Ende des Jahres bei vielen der Pass aus und keiner weiss wie die Situation bis dann aussieht. Die Chancen, dass ein Machtwechsel in der Regierung passiert, sind sehr gering. Betrug ist an der Tagesordnung und selbst wenn eine Mehrheit daufer stimmt: wer sagt, dass die Stimmen nicht einfach wieder anders herum gewertet werden, so wie es schon mal war? Mit Demokratie hat das schon lange nichts mehr zu tun. Da beginnt man unser Buerokratendeutschland richtig schaetzen zu lernen.
Hier eine Geschichte, die jemand bei der Erneuerung seines Passes widerfahren ist: Nach einen halben Tag Wartezeit auf dem Amt - was ganz normal ist, man ist froh wenn man ueberhaupt einen Termin bekommt, ohne ein Vermoegen zahlen zu muessen - ging die Person um die Mittagszeit, als alle beim Essen waren, einfach durch das Empfangszimmer in den Raum, wo die Antraege bearbeitet werden. Was dort zu sehen war, klingt fuer uns wie ein Film: es gab eine Art Schrein vor dem alle Paesse lagen und “spirituell bearbeitet” wurden. Viele Venezulaner glauben an religioese Spiritualitaet, inbegriffen der Moeglichkeit menschliches Verhalten zu beeinflussen. Das Regierungsoberhaupt umgibt sich mit einer ganzen Brigade von solchen Heilern. Verrueckt, oder?
Ich bin gespannt auf Kuba. Die Menschen hier verstehen ueberhaupt nicht, wieso wir da hin wollen. Verstaendlich, sie stehen quasi dem selben Schicksal gegenueber. Mit viel Vorsicht fahren wir dorthin, aber unsere Gastmama in Havanna scheint eine sehr nette und lustige Frau zu sein.
Am 16.11. gehts dann weiter nach Ecuador und zu den Galapagos-Inseln! Wahrscheinlich wirds waehrend der naechsten Zeit wenig Moeglichkeiten zum Bilder hochladen und Berichte schreiben geben.
Ab dem 30.11. sind wir dann wieder in den USA. Zuerst in San Diego dann mit dem Auto zum Grand Canyon und hoch nach San Francisco. Viiiel vor!
Spaetestens an Weihnachten auf den Fijis heissts dann wieder ausspannen
Ich hoffe, euch allen gehts gut!
Viele Gruesse aus der weiten Ferne - durch die man sich manchmal seiner Heimat seeehr nah fuehlt - sendet eure Lina